Sonntag, 17. Februar 2013

Mordsgeschäft

Ein Cartoon über den Pferdefleischskandal mit einem laaangen Rattenschwanz dahinter. Aber vertraut mir, lesen lohnt sich! Am Ende seht ihr nämlich noch ein ganz süßes Video und bekommt leckere Rezepte ;).

Über die ganzen Vorfälle in der Fleischindustrie kann ich nicht mal mehr lächeln (so viel Zynismus habe ich dann doch nicht gebunkert), aber hoffen, dass der eine oder andere ein bisschen zum Nachdenken angeregt wird, was er denn da eigentlich konsumiert. Und warum wir so wenig darüber wissen. Und ja, natürlich war Fleisch mal lebendig, egal, ob es davor einen Sattel trug oder eine Steckdosennase hatte. Auch wenn der Denkprozess durch einen Skandal eingeleitet wird, ist er trotzdem notwendig und nützlich, so wie es bei vielen anderen moralischen Kaufentscheidungen auch nicht groß anders war, siehe Bio- und Fairtradesiegel. Die fielen nicht einfach so vom Vebraucherhimmel und ganz ehrlich: wer hat sich vorher Gedanken gemacht, woher die Haselnüsse in der Nutella kommen, bevor Journalisten die Kinderarbeit aufdeckten? Jepp, ich auch nicht. Und das ist schade, denn ich möchte Produkte im Regal, bei denen ich nicht ständig mit mir kämpfen muss: darf ich das jetzt kaufen? Auch Bioprodukte sind längst nicht alle Fairtrade oder nur ansatzweise tierfreundlicher, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Ich möchte jetzt auch nicht in eine „Pferde sind soooo süß, die kann man doch nicht essen, Schweine hingegen nicht, das sind doch per se Fleischproduzenten und überhaupt total borstig und bäh“ -Diskussion abgleiten, die kenne ich von Kaninchen-Liebhabern zur Genüge und ist nicht zielführend. Pferdefleisch, das in Deutschland auf den Tisch kommt, wird übrigens nicht extra zur Schlachtung gezüchtet, sondern à la Animal Farm vom heimischen Stall direkt zum Schlachter gekarrt (für mich die schlimmste Szene im ganzen Film, da saß ich als Kind vorm Fernseher und dachte nur wtf?). Dies kann man bei Deutschlandradio und der Verbraucherzentrale NRW auch noch mal gemütlich nachlesen. Die Möglichkeit der Schlachtung wird im Equidenpass, ein spezieller Haustierausweis für Pferde, nach der Geburt vom Halter festgelegt und vom Tierarzt eingetragen. Dass im Fleisch nun Phenylbutazon gefunden wurde, zeigt die andere Dramatik: die Pässe werden munter gefälscht. Das ist nicht neu, z.B. gab es letztes Jahr in den Niederlanden einen entsprechenden Fund (große Anzahl gefälschter Stempel und Pässe) bei einem Schlachthaus. Aber das alles ist ja noch gar nicht der große Skandal an sich (wenn auch alarmierend), die Täuschung des Verbrauchers trifft uns alle, egal ob Omnivor oder Veggie. Ich jedenfalls möchte in meinem Sojaschnitzel nicht auf einmal Milch, Eier oder eine Schweineschnauze verarbeitet haben, wenn auf der Packung groß und dick 100% pflanzlich prangt. Also Löffel geschnappt und der Politik auf die Finger geklopft, dass in Zukunft der Vebraucherschutz stärker im Vordergrund stehen darf und Informationen nicht immer durch reinen Zufall oder Whistleblower zu Tage kommen.

Wer nun weiter Lust auf Lasagne hat aber denkt „mhmm... doch lieber Selbstkochen, ist eh leckerer!“, kann doch mal diese Veggie-Rezepte probieren. Garantiert ohne Pferd oder andere Tierchen. Egal ob süß oder nicht (ist eh viel zu subjektiv, denkt doch mal an Rudi Rüssel! Oder Rosalie und Trüffel! Oink!):

Tofu-Tomaten-Lasagne
Cashew-Spinat-Lasagne
Vegane Lasagne-Bolognese

 
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen