Sonntag, 6. Januar 2013

Interaktiver Glückskeks


An Silvester wurde ganz ruhig gefeiert und mit einer Tradition, die ich seit meiner Kindheit nicht mehr gemacht habe: Bleigießen. Nennt mich naiv, aber ich dachte wirklich, dass der Name aus vergangenen Zeiten stammt, als noch echtes Blei verwendet wurde und heutzutage Ersatzstoffe (z.B. Zinn, schmilzt doch auch viel schneller!) für dieses kleine Orakel benutzt werden.

Wie eine kleine Recherche ergibt: Pustekuchen! Das handelsübliche Bleigießset besteht zu 80-88% aus Blei, der Rest aus dem Halbmetall Antimon, ebenfalls hochtoxisch. Abgesehen davon, dass beim Erhitzen Bleioxid ensteht, dass schon für sich alleine eine Gefahr darstellt, enfaltet es seine ganze Wirkung im Wasser. Schon eine 20-Gramm-Packung Silvesterblei kann mehr als 600.000 Liter Trinkwasser unbrauchbar machen. Holla die Umweltfee!

Bitte daher auch niemals mit Kindern zusammen bleigießen (schon gar nicht das Blei aus der Schüssel fischen lassen, schnell landet dann danach ein Finger im Mund oder es wird mit ungewaschenen Fingern gegessen...). Auch Tiere können in Mitleidenschaft gezogen werden, da sie die Wasserschüssel gerne als Trinknapf ansehen. Das Wasser ist ebenfalls hochtoxisch (Blei besitzt eine hohe Wasserlöslichkeit) und kann zu schweren Vergiftungen beim Haustier führen.

Und meine Mutter meinte damals, dass ein Kinder-Chemiebaukasten für mich zu gefährlich sei... (abgesehen davon, dass das eh Jungs-Spielzeug wäre).

Hier der Link zur größeren Version des Comics, da die Anzeige hier wie immer viel zu klein ist :).


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