Sonntag, 14. Oktober 2012

Wir sind Nobelpreis


Wir sind Friedensnobelpreis! Oder so ähnlich. Kritik an der diesjährigen Entdscheidung aus Oslo ließ nicht lange auf sich warten, Zeit Online sprach sogar von einem regelrechten Shitstorm.

Auch wenn ich nicht gerne auf Wellen mitreite, so ist sie diesmal berechtigt. Gut, die Frage bleibt: welche Aussage besitzt Friedensnobelpreis eigentlich? Nachdem Obama in seiner Rede zur Presiverleihung erstmal das Recht Krieg zu führen verteidigte und selbst Kissinger 1973 den Preis bekam, obwohl er noch ein paar Jahre vorher für das völkerrichtswidrige Flächenbombardement in Kambodscha verwantwortlich war und mit dem Satz "Öl ist viel zu wertvoll, um es den Arabern zu überlassen" ganz offen den Ressourcenkrieg verteidigte, bleiben Zweifel an dem (Un)Sinn der ganzen Verleihung.

Was wollte eigentlich Alfred Nobel mit dem Preis bezwecken? Er sollte demjenigen «Friedensverfechter» oder derjenigen «Friedensverfechterin» verliehen werden, der oder die «am meisten» für «die Verbrüderung der Völker», die Verminderung oder Abschaffung der «stehenden Heere» sowie «die Förderung von Friedenskongressen» bewirkt hat (Quelle). Gemessen an den testamentarischen Vorgaben hält daher der norwegische Jurist Heffermehl zumindest 51 der bisher 121 vergebenen Friedensnobelpreise für ungerechtfertigt.

Nun ja, nachdem Europa nun der weltgrößte Waffenexporteur ist (sehr schöner Beitrag aus dem WDR), in Afrika eine Fläche von der Größe Dänemarks für die Biokraftstoffproduktion für Europa genutzt wird, was direkt zu Hunger und Versorgungsunsicherheit führt (gerade in Äthiopien, hier sind es alleine 56.000 Hektar) und mit FRONTEX eine Festung Europa aufgebaut wird, scheint sich der Staatenverbund gut in die bisherige Preisträgerauswahl einzureihen.

Noch ein kleines Nobel-Trivia am Ende: Ghandi bekam nie den Friedensnobelpreis.

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