Sonntag, 20. Mai 2012

Ab mit dem Kopf!


Röttgen ist fort  und damit ein weiterer Konkurrent, der Merkel gefährlich werden konnte. Immerhin wurden dem CDU-Überflieger Ambitionen auf das Kanzleramt nachgesagt und er ist nicht der erste, der aufgeben musste:

Friedrich Merz war nach der Ära Kohl zum Fraktionschef im Bundestag aufgestiegen, wurde aber von Merkel nach der verlorenen Bundestagswahl 2002 verdrängt.

Roland Koch hatte seinen Wunsch nach der Kanzlerkrone nie sonderlich stark verheimlichen können, doch bekam er unter Merkel nie eine Chance auf einen höheren Posten. Die Zeit spielte gegen ihn, Merkel ließ ihn auflaufen und Koch zog sich entnervt aus der Politik zurück.

Edmund Stoiber feierte als Kanzlerkandidat schon den Wahlsieg, um dann doch noch zu verlieren. Merkels strategischer Rückzug zahlte sich aus, der größte Konkurrent war besiegt. Subtil, aber wirkungsvoll.

Christian Wulff sollte in Berlin höheren Aufgaben zugeteilt werden, bevor er Merkel aber tatsächlich gefährlich werden konnte, peitschte sie ihn als Bundespräsidenten-Kandidaten durch (trotz großer Widerstände). Ein weiterer Konkurrent für das Kanzleramt war aus dem Weg geräumt (dazu habe ich seinerzeit schon mal einen Comic gemacht).

Daneben gibt es noch einige andere, die zwar nicht aufgespießt in meinem Comic vorkommen, aber trotzdem von der Herzkönigin dahingerafft wurden:
Laurenz Meyer (kennt den noch jemand?). Vier Jahre lang Generalsekretär der CDU, begann er erst seine Amtszeit mit Merkel auf dem falschen Fuß, dann kam noch eine Affäre hinzu und wurde dann von Roland Pofalla ersetzt.
Günther Oettinger galt immer als Kritiker Merkels, der vor allem das konservative Profil der CDU beibehalten wollte. 2009 wurde er von der Kanzlerin als EU-Kommissar vorgeschlagen, der Kritiker war entsorgt.

Zugegeben, die Entfernung Röttgens aus dem Amt war diesmal weniger subtil und benötigte eigentlich nicht mehr viel Energieeinsatz seitens der Kanzlerin, sonderlich gefährlich war er nach dem Wahldebakel in NRW schließlich nicht mehr. Da sich Röttgen jedoch nicht auf einen freiwilligen Rückzug einließ (und er nach einiger Zeit womöglich doch wieder erstarkt als Konkurrent hervortreten könnte), war nun radikales Handeln gefragt.
Hier und da kann man die Kopfliste auch noch mal in Ruhe nachlesen. Jetzt aber viel Spaß mit dem Cartoon!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen